Landeswettbewerb Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012 in Sachsen
Landeswettbewerb Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012 in Sachsen
Vorbemerkung
Chancen
Ziel
Auszeichnungskriterien
Fachbezogene Kriterien
Sieger 2011/2012
Fotoimpressionen
Arbeit der Juroren

Wettbewerb 2009/2010
Landeswettbewerb Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012 in Sachsen 1. Die Siegerbetriebe im Landeswettbewerb tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012


Bei Milchkühen:
die MKH Agrar Produkte GmbH Wittichenau,
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bei Fleischrindern:
KÖG Kleinbardau Landwirtschafts GmbH
(zur Homepage)

und

bei Kälbern/Jungrindern:
die Agrargenossenschaft Theuma-Neuensalz e.G.
(zur Homepage).


Ausgezeichete Betriebe:

Bei Milchkühen sind das:
Gut Trossin,
Agrarproduktion "Am Bärenstein" Stuppen e.G.,
(zur Homepage)
Agrargenossenschaft Wirtschaftshof "Sachsenland" Röhrsdorf/Wittgensdorf e.G. (zur Homepage)
und Göbel & Zschommler GbR, Großschirma,

bei Fleischrindern:
Limousinhof Klemm, Hartmannsdorf, LK Sächsische Schweiz (zur Homepage),
"Walkmühlenhof", Torgau (zur Homepage) und
Landwirtschaftsbetrieb Thomas Eydner, Flößberg.





2. Resümee

Tiergerechte Haltung ist keine Frage der Stallgröße

"Der Landeswettbewerb tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2011/2012 machte eindrucksvoll deutlich, dass gute Haltungsbedingungen für die Tiere keine Frage der Stallgröße ist", sagte MGV-Vorstandssprecher Dr. Gerald Thalheim resümierend.
Unter den 15 Landwirtschaftsbetrieben, die am diesjährigen Wettbewerb teilgenommen haben, waren alle Betriebs- und Rechtsformen vom Nebenerwerbslandwirt bis zum Großbetrieb mit über 1000 Milchkühen vertreten.

Landwirte engagiert, für Tiere gute Bedingungen zur optimalen Betreuung zu schaffen

Der Wettbewerb wurde in der laufenden Periode in den Sparten Milchrinder, Fleisch- und Jungrinder durchgeführt. Vier Betriebe haben sich neben der Sparte Milchrinder noch bei Fleisch- bzw. bei Jungrindern beworben.

Die vom Präsidenten des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Norbert Eichkorn berufenen Fachleute aus Wissenschaft, Veterinärmedizin und Verbänden hatten jeden Betrieb besucht und anhand eines Kriterienkataloges überprüft.


Optimale Haltungsbedingungen und ökologische Kreisläufe

"Wichtigstes Kriterium für uns sind die Haltungsbedingungen, wie ausreichende Bewegungsfreiheit, Lüftung oder Frischluftzufuhr, Beschaffenheit der Liegeflächen, Tränken usw.", so Dr. Thalheim weiter. "Daneben spielt der Gesundheitszustand der Tiere eine große Rolle, da viele Krankheiten oder das Auftreten von bestimmten Erregern Rückschlüsse auf ungünstige Haltungsbedingungen oder Mängel in der Betreuung darstellen." Zudem wurden die Lagerung von Stalldung bzw. Gülle und insbesondere die Lagerkapazität geprüft. Eine große Lagerkapazität von über 180 Tagen bietet die Gewähr, dass der Wirtschaftsdünger zum optimalsten Zeitpunkt eingesetzt werden kann.
"Das ist nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes günstig, sondern bringt durch eine nachhaltige Ausnutzung der Nähstoffe wirtschaftliche Vorteile für den Betrieb."

Während aufgrund der Stroheinstreu bei der Haltung von Fleischrindern sowie bei Kälbern und Jungrindern Festmist anfällt, ist es bei den Milchkühen Gülle. Diese wird bei den meisten Betrieben über eine Biogasanlage verwertet.
Die Biogaserzeugung auf der Basis von Gülle stelle eine besonders umweltverträgliche Form Erneuerbarer Energie dar, da nicht nur die Inhaltsstoffe energetisch optimal verwertet werden, sondern die Düngeeigenschaften der Gärrückstände besser sind, als bei unbehandelter Gülle.

Im Ergebnis der Überprüfung wurde in jeder Sparte ein Wettbewerbssieger ermittelt.


3. Politik gefragt - Tierproduktion derzeit nicht wirtschaftlich

"Der Landeswettbewerb 2010/2011 zeigte erneut, wie groß die Anstrengungen und die Bereitschaft der Landwirte sind, gute Bedingungen für die Tiere zu schaffen und diese optimal zu betreuen", so Dr. Thalheim. Das gelinge aber nur bei entsprechender Wirtschaftlichkeit, dass heißt, "der Aufwand muss sich im Milchpreis oder den anderen Preisen niederschlagen." Wenn das der Fall ist, seien die Landwirte auch bereit, in tiergerechte Ställe und Anlagen zu investieren.
"Der aktuelle Landeswettbewerb hat deutlich gemacht, besonders tiergerechte Haltung gibt es dort, wo komplett neue Ställe gebaut wurden bzw. sehr viel investiert wurde. In diesen Fällen ist die tiergerechte Haltung auf keinem Fall eine Frage der Stallgröße."

Voraussetzung für weitere Investitionen ist die Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung. Bei den hohen Kosten ist diese bei den aktuellen Preisen in keinem Bereich gegeben. Besonders gravierend ist die Diskrepanz bei der Milch.
"Bei einem Milchpreis der nicht einmal Lohn- und Futterkosten deckt, kann die Gesellschaft nicht erwarten, dass die Haltungsbedingungen verbessert werden", fasst Gerald Thalheim das Problem zusammen. "Oder anders formuliert, dem Lebensmitteleinzelhandel, der solche Preise diktiert, sind das Tierwohl und die Bedingungen, unter denen die Menschen in den Ställen arbeiten, wohl letztlich egal." Es scheine, der Handel wolle maximale Gewinne erwirtschaften. - "Die Verbraucher sollten mehr auf Qualitätsprodukte aus regionaler Herkunft achten", so Dr. Thalheim.
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